Bewertung „sehr gut“ im Arbeitszeugnis

Wenn ein Arbeitszeugnis sehr gut ausfällt, dann werden dem Mitarbeiter beste Kompetenzen bescheinigt. Das Zeugnis liest sich wie ein großes Lob an den Angestellten. Typische Formulierungen im Arbeitszeugnisse sind „stets“, „immer“ oder „zur vollsten Zufriedenheit“. Diese Superlative deuten auf einen Mitarbeiter hin, wie ihn sich jedes Unternehmen wünscht. Zu viel des Guten kann aber Zweifel hegen.

Arbeitszeugnis sehr gut

Arbeitszeugnis „sehr gut“: Mit diesen Formulierungen

Im ersten Teil des Arbeitszeugnisses werden vor allem Fakten, wie etwa die Beschäftigungsdauer und Tätigkeiten, aufgelistet. Diese müssen Sie meistens selbst entwerfen und beim Arbeitgeber einreichen. Hierfür haben wir Praktische Vorlagen für Aufgabenbeschreibungen.

Katalog für Tätigkeitsbeschreibungen

Im zweiten Teil des Zeugnisses werden Bewertungen vorgenommen. Dabei geht es um die Aspekte

  • Fachwissen,
  • Leistungsbereitschaft,
  • Arbeitsweise,
  • Qualität der Arbeit,
  • Belastungsfähigkeit,
  • und bei leitenden Angestellten auch um den Führungsstil.

Fällt das Arbeitszeugnis sehr gut aus, dann finden sich bei der Beurteilung des Fachwissens Formulierungen wie „Sie verfügte über ein hervorragendes und äußerst umfassendes Wissen.“. Wird das Fachwissen bei der Bewältigung von Aufgaben „stets sehr sicher“ und „stets sehr erfolgreich“ umgesetzt oder erzielte jemand „stets deutlich überdurchschnittliche Ergebnisse“ spricht dies ebenfalls für ein sehr gutes Arbeitszeugnis. Hier fällt auf, dass im Arbeitszeugnis von „stets“ die Rede ist. Das positive Verhalten tritt also immer auf, bei jeder Aufgabe und nicht nur manchmal. Ähnlich ist es bei der Leistungsbereitschaft. Ein Mitarbeiter, der „stets äußerst motiviert“ agierte, immer „sinnvolle Lösungen“ fand oder ein „außerordentlich hohes Maß an Leistungsbereitschaft“ zeigte, hat sich das sehr gute Arbeitszeugnis verdient. In einem Arbeitszeugnis, das sehr gut bewertet, dürfen auch Beschreibungen wie „er arbeitete stets sehr effizient“ oder „seine Arbeitsergebnisse waren stets von sehr guter Qualität“, sogar bei „extrem hohem Arbeitsanfall“ nicht fehlen.

Ein „sehr gut“ für Führungsstil und Sozialverhalten im Arbeitszeugnis

Wer Führungsaufgaben inne hatte, bei dem sollte der Führungsstil in einem sehr guten Arbeitszeugnis erwähnt werden. Lob, wie „Er war eine hervorragende Führungskraft.“, „Er verstand es stets ausgezeichnet, seine Mitarbeiter zu motivieren.“ oder „Er erreichte eine sehr gute Teamatmosphäre.“, belegt die Führungskompetenz. Schließlich wird im Arbeitszeugnis das Sozialverhalten bewertet. Für ein sehr gutes Arbeitszeugnis sprechen Sätze wie „Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets hervorragend.“ oder „Sie verhielt sich jederzeit loyal.“. Hier wird also auch das für ein sehr gutes Arbeitszeugnis typische „stets“ verwendet. Zum Abschluss muss sich dieses aber noch in der Gesamtbewertung wiederfinden. Dies kann so aussehen: „Sie hat ihre Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt.“ oder „Sie hat unsere Erwartungen immer in jeder Hinsicht voll erfüllt.“. Die vollste Zufriedenheit bewertet das Verhalten des Mitarbeiters im Arbeitszeugnis insgesamt als „sehr gut“.

Sehr gute vs. übertriebene Bewertung

Es besteht ein deutlicher Unterschied zwischen einem sehr guten Arbeitszeugnis und übertrieben positiven Formulierungen. Diese würden eher vermuten lassen, dass ein Mitarbeiter weggelobt wird oder sich das Zeugnis selbst geschrieben hat. Zu gut gemeinte Formulierungen, wie „stets in allerhöchstem Maße“ oder „immer weit über unseren außerordentlich hoch gesetzten Erwartungen“ klingen nicht nur übertrieben, sie sind es auch. Auch „weit über dem Abteilungsdurchschnitt liegende Ergebnisse“ machen das Arbeitszeugnis unglaubwürdig. Der unglaubwürdige Eindruck wird dann zusätzlich verstärkt, wenn aus dem Schlusssatz hervorgeht, dass dem Mitarbeiter gekündigt wurde. Warum sollte man so einem hochgelobten Angestellten kündigen? Daher ist es sinnvoll, ein Arbeitszeugnis, das sehr gut wirken soll, nicht mit Superlativen zu überladen. Ein Zeugnis, das von einer „vollen Zufriedenheit“ berichtet oder einfach nur ein gutes Arbeitszeugnis kann daher mehr nutzen als ein Arbeitszeugnis, das nicht nur alles als „sehr gut“ lobt, sondern auch und übertrieben klingt.

Das sehr gute Arbeitszeugnis entschlüsseln

Ob ein Arbeitszeugnis sehr gut oder gut ist und welche Gesamtnote es besitzt, können Sie ganz einfach mit der arbeitszeugnis.io App für iPhone und Android herausfinden. Unsere App verrät Ihnen auch, ob es versteckte Noten gibt, die zwischen all dem Lob Kritik verbergen.

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