Kündigungsschreiben – jetzt erst recht!

Jetzt erst recht – nochmal richtig ins Zeug legen! Ja richtig gelesen. Trotz und Schuldzuweisung nach dem Kündigungsschreiben bringen keiner Seite einen Vorteil. Lieber am Ende auf eine würdiges Finale hinarbeiten, als geknickt von dannen schlürfen.

kuendigungsschreiben

Kündigungsschreiben – das Ende ist ein neuer Anfang

Eine unangenehme Situation für beide Seiten. Aber bevor etwas Neues beginnen kann muss das Alte enden.

Der Arbeitnehmer genießt durch das Kündigungsschutzgesetz eine gewisse Sicherheit in Deutschland. Das bedeutet aber auch, dass bei einer Kündigung einiges passiert sein musste und es dadurch einen negativen Beigeschmack bekommt. 


Die häufigsten Kündigungsgründe bei Arbeitgebern

Betriebsbedingte Kündigung: erfolgt durch die betriebliche Erfordernis, welche einen Personalabbau zwingend notwendig macht.

Beispiele: Insolvenz, Stilllegung der Abteilung/Betriebs, Witterungsgründe, Betriebsänderungen.

Personenbedingte Kündigung: kommt in Frage, wenn der Arbeitnehmer nicht ausreichend befähigt ist die ihm zugewiesene Tätigkeit weiter zu führen.

Beispiele: langer Krankheitsausfall, mehrere kurze Krankheitsausfälle, Minderung der Leistungsfähigkeit.

Verhaltensbedingte Kündigungsetzt Verstöße des Arbeitnehmers voraus, welche sich auf den Betrieb auswirken. In den meisten Fällen sind Abmahnungen notwendig.

Beispiele: Diskriminierung von anderen Angestellten, häufige Unpünktlichkeit, unentschuldigtes Fehlen und vieles mehr.

Fristlose Kündigung: ist nur bei schweren Vergehen auszusprechen. Dies ist dann der Fall, wenn eine Weiterbeschäftigung des Mitarbeiters für den Arbeitgeber unzumutbar wird.

Beispiele: Diebstahl, strikte Arbeitsverweigerung, direkte Beleidigungen, drohen von Krankmeldungen usw.


 

Es ist zwar nur ein kleiner Ausschnitt von Gründen, welche bei einer Kündigung vorliegen müssen, zeigt aber dass es ein wohlüberlegt Schritt sein muss und von Fall zu Fall unterschiedlich sein kann. Nicht umsonst gibt es ein großes Angebot an Fachanwälten für das Thema Arbeitsrecht.

Andersherum ist die Angelegenheit schon wesentlich leichter. Wenn Sie den Arbeitgeber wechseln wollen, müssen keine Gründe angegeben werden. Vertragliche Vereinbarungen bilden hier natürlich die Ausnahme.

Achtung, das bedeutet nicht, dass Sie einfach kündigen und gehen können. Für beide Seiten gelten Kündigungsfristen, welche nur in Ausnahmefällen (fristlose Kündigung) außer Kraft gesetzt werden.

Arbeiten nach dem Kündigungsschreiben

Weiterhin sollten Sie besonders am Ende des Weges nicht die Luft raus lassen und das Kündigungsschreiben als Freibrief sehen. Des Öfteren passiert es, dass nach dem Aussprechen der Kündigung die Arbeitsmoral stark sinkt oder viele einfach “krank machen”. Auf der anderen Seite gilt dies aber auch, wenn zum Beispiel der Vorgesetzte denkt man könnte dem zukünftigen Ex-Angestellten nur die unbeliebten Schichten oder Arbeiten übernehmen lassen um die letzten Tage nochmal richtig auszunutzen. Beide Fälle sollten tunlichst vermieden werden, da man sich immer zweimal im Leben trifft.

Aus der Sicht des Arbeitnehmers:

Es lohnt sich auch noch kurz vor dem Ziel ein Endspurt hinzulegen. Schon kurzfristig gesehen ist der erste und letzte Eindruck der Wichtigste und bleibt im Gedächtnis. Dies wird sich auch auf die Qualität des Arbeitszeugnisses auswirken, welches Essentiell für Ihre zukünftige Karriere ist. Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass der neue Arbeitgeber sich beim alten Vorgesetzten über Ihre Leistung informiert. Hier greift das Gesetz der Reziprozität – Er wird Ihnen durch Ihre unerwartet gute Leistung zum Schluss etwas Gutes tun wollen. Vielleicht spricht er sogar eine Empfehlung für Sie aus, welche einen großen Stellenwert haben kann.

Nach dem Erhalt des Kündigungsschreibens beantragen Sie so bald wie möglich das Arbeitszeugnis um es für Ihre Bewerbungen verwenden zu können. Kontrollieren Sie dieses gleich hier bei uns. Laden Sie das Zeugnis kostenlos hoch und erfahren Sie welche Noten sich dahinter verbergen.


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Aus der Sicht des Arbeitgebers:

Einen guten Mitarbeiter zu verlieren ist immer ärgerlich. Umso wichtiger ist es sich als Arbeitgeber auch am Ende von seiner besten Seite zu zeigen. Denken Sie nachhaltig und geben Sie dem Ex-Mitarbeiter keinen Grund sich schlecht über das Unternehmen zu äußern. Sehen Sie es eher als eine neue Möglichkeit Ihren Ruf nach Außen zu tragen und brechen Sie potenzielle Brücken nicht voreilig ab. Ihr ehemaliger Mitarbeiter kann Ihr zukünftiger Kooperationspartner sein. Ihr Netzwerk breitet sich so mit wenig Aufwand von ganz allein aus.

In beiden Fällen ist das Ende einer Arbeitsbeziehung ein Teil vom Anfang.

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