Arbeitszeugnis Formulierungen: Kommunikation der Personaler

Arbeitszeugnis FormulierungenWas wohlmeinend klingt und sich nach einem Lob anhört, kann hinter den Arbeitszeugnis Formulierungen Kritik und schlechte Bewertungen verbergen. Zeugnisse sollen wahrheitsgemäße Aussagen machen, aber nicht negativ formuliert sein. 

Warum verschlüsselte Formulierungen im Arbeitszeugnis?

Diese Anforderung des Bürgerlichen Gesetzbuches ließ eine Reihe von Arbeitszeugnis Formulierungen und Zeugniscodes entstehen, die für Angestellte oft schwer zu verstehen sind. Die Gewerbeordnung schreibt in diesem Zusammenhang auch von einer „wohlwollenden“ Formulierung, der das Zeugnis entsprechen soll.  War der Arbeitgeber mit den Leistungen, dem Verhalten oder sonstigen Aspekten seines ehemaligen Mitarbeiters nicht zufrieden, dann drückt er dies deshalb durch dezente Abstufungen in den Formulierungen aus.

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Formulierung zur schlechten Leistung im Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnis Formulierungen NotenDie Leistungen eines Arbeitnehmers sind häufig Anlass für Missverständnisse hinsichtlich den Formulierungen und versteckten Noten im Arbeitszeugnis. Mit wenigen Worten kann ein Arbeitgeber die Kompetenz seines ehemaligen Angestellten sehr negativ beurteilen, ohne dass es diesem sofort auffällt. Machte sich ein Mitarbeiter „mit großem Eifer an die ihm übertragen Aufgaben“, verrät dies zum Beispiel mangelnden Erfolg. Eifer war vielleicht vorhanden, aber es mangelte laut dieser Formulierung an den entsprechenden Fähigkeiten. Dies drückt auch die beliebte Formulierung „er war bemüht“ aus. Wer „Verständnis für eine Arbeit“ zeigte, der konnte die Aufgaben ebenfalls nicht wirklich lösen.

Fehlende fachliche Qualifikationen benennt zum Beispiel die Beschreibung „Er ging mit Fleiß, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit an seine Aufgaben.“. Dies sind Aspekte, die im Zeugnis nicht erwähnt werden sollten, da sie als selbstverständlich gelten. Werden Pünktlichkeit und Ehrlichkeit dennoch angesprochen, lässt dies ein Fehlen der eigentlich wichtigen Kompetenzen vermuten. Das Loben von Selbstverständlichkeiten zeigt, dass es sonst nichts gab, was gelobt werden könnte. Wird gar von „die ihm gemäßen“ Aufgaben gesprochen, die ein Mitarbeiter erledigte, dann kam er vermutlich nur mit anspruchslosen und sehr einfachen Tätigkeiten zurecht. Arbeitete ein Angestellter gemäß der Formulierung „sehr genau“, hat er sich in Details verloren und war ineffektiv. Das Arbeiten „nach eigener Planung“ lässt einen eigensinnigen Mitarbeiter vermuten, der sich nicht in die Strukturen des Unternehmens integrieren wollte. Wer Anregungen gab, die „geprüft wurden“, hatte zwar Ideen vorgebracht, deren Qualität reichte wohl aber nicht aus, um übernommen zu werden. „Anspruchsvolle“ Mitarbeiter nörgelten gern und wem „Gelegenheiten zur Fortbildung geboten wurden“, der nutzte diese nicht, um sich zu verbessern.

Zeugnisformulierungen bezüglich des (Sozial-)Verhaltens im Unternehmen

Die Formulierungen in Arbeitszeugnissen sind also so geschickt gewählt, dass sie beim Lesen kaum einen negativen Hintergrund vermuten lassen. Dies gilt gerade für qualifizierte Arbeitszeugnisse, welche auch die Leistungen und das Sozialverhalten eines Mitarbeiters umfassen. Durch die Betonung von eigentlich Selbstverständlichem oder das Herausstellen von Nebensächlichkeiten kann der versierte Leser aber erahnen, dass hier in Form von Zeugnissprache eine deutliche Kritik versteckt ist.

  • Wer für die „Belange der Belegschaft immer Einfühlungsvermögen bewies“, nahm die Unterhaltungen mit Kollegen vermutlich wichtiger als die Arbeitstätigkeit oder unterhielt am Arbeitsplatz gar eine Affäre.
  • Wusste ein Mitarbeiter „sich gut zu verkaufen“, dann lässt diese Wortwahl einen aufdringlichen Menschen vermuten, der nur eigene Leistungen betonte, sich aber nicht in das Team integrierte und wenig kooperativ handelte.
  • Ein „gesundes Selbstvertrauen“ wird denen attestiert, die arrogant und überheblich auftreten und wer „das Betriebsklima mit seiner geselligen Art“ verbessert hat, der schaute nicht nur bei der Weihnachtsfeier zu tief in sein Glas.
  • Das „Eintreten für die Interessen der Kollegen“ verrät eine Mitgliedschaft im Betriebsrat und ein „verständnisvoller Vorgesetzter“ konnte sich gegenüber denen, die er anleiten sollte, nicht durchsetzen.
  • Die Arbeitszeugnis Formulierung „erfrischende Offenheit“ lässt ein vorlautes Verhalten vermuten und der dank seiner „umfangreichen Bildung geschätzte Gesprächspartner“ führte am Arbeitsplatz wohl lange private Telefonate.

Bei diesen Arbeitszeugnis Formulierungen fällt jeweils auf, dass Nebensächliches erwähnt wird, was bei einem guten Arbeitszeugnis nicht benannt wird. Leser sollten immer misstrauisch werden, wenn scheinbare Persönlichkeitseigenschaften (guter Gesprächspartner, Einfühlungsvermögen, Geselligkeit) in der Arbeitszeugnis Formulierung beschrieben werden, die bei den Arbeitszeugnis Formulierungen eigentlich nichts zu suchen haben.

Für die Beschreibung des Umgangs mit Vorgesetzten und Kollegen haben sich klare Arbeitszeugnis Formulierungen herausgebildet, die immer wieder verwendet werden. Alle Abweichungen von diesen Arbeitszeugnis Formulierungen können als unterschwellige Kritik ausgelegt werden.

Standardmäßig verwendet werden die Arbeitszeugnis Formulierungen „Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und gegenüber Kollegen war stets einwandfrei.“ oder „Er war aufgrund seines freundlichen Wesens und seiner kollegialen Haltung bei Vorgesetzten sowie Mitarbeitern anerkannt und sehr geschätzt“. Diese Aussagen stehen für ein sehr gute Bewertung.

Wichtig ist hierbei, dass zunächst die Vorgesetzten bei den Arbeitszeugnis Formulierungen erwähnt werden, erst danach die Kollegen. Eine andere Reihenfolge deutet darauf hin, dass der Mitarbeiter die Autorität seiner Vorgesetzten nicht genug anerkannt hat und es Führungsprobleme gab.

Wichtig ist ebenso die Steigerungsform „sehr geschätzt“ oder „stets einwandfrei“. Werden hier Abstufungen vorgenommen, dann meint dies eine schlechtere Einschätzung. War das Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen nur „einwandfrei“ – ohne das Wort „stets“ – dann entspricht dies einer Note 2.

War das Verhalten „gut“ (nicht „sehr gut“ und auch nicht „stets sehr gut“), ist dies vergleichbar mit der Note 3.

Für die mangelhafte Bewertung sprechen Arbeitszeugnis Formulierungen, wie „Das Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war spannungsfrei“ oder „gab zum Klagen keinen Anlass“. Hier ist die Abweichung von den gängigen Formulierungen sehr deutlich.

Die Bewertung ungenügend des Sozialverhaltens wird häufig dadurch ausgedrückt, dass diese Aspekte gar keine Erwähnung finden. Der nächste Personalchef weiß, dass dies eine der schlimmsten Abwertungen darstellt, die möglich sind. Auch die Arbeitszeugnis Formulierung „sein Verhalten war überwiegend spannungsfrei“ oder „gab selten zu Klagen Anlass“ steht für die Note 5. Auffällig ist hier, dass Spannungen indirekt thematisiert werden, denn ein „überwiegend spannungsfreies“ Verhältnis ist nicht vollkommen spannungsfrei und wer „selten zum Klagen Anlass“ gibt, vermeidet Beschwerden und Klagen nicht komplett. Dass das Wort „Klagen“ vor dem „Anlass“ in der Satzstellung erscheint, betont dessen Bedeutung in der Arbeitszeugnis Formulierung.

Formulierungen für Leistungsbereitschaft und Arbeitsqualität

Für eine sehr gute Bewertung spricht eine Arbeitszeugnis Formulierung, wie „erledigte alle Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ oder „erzielte herausragende Arbeitsergebnisse“, „verfügt über hervorragende und fundierte Kenntnisse“ oder „erledigte Aufgaben stets mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit“.

Für eine gute Bewertung sprechen die Arbeitszeugnis Formulierungen „hat den Erwartungen in jeder Hinsicht und in bester Weise entsprochen“ oder „erzielte beste Arbeitsergebnisse und zeigte ein hohes Engagement“. Hier fällt auf, dass einige Worte fehlen, etwa „stets“, sodass hier nur die Note 2 ausgedrückt wird – es war nicht immer perfekt.

Befriedigende Ergebnisse werden durch die Arbeitszeugnis Formulierung „Er arbeitete gewissenhaft und zuverlässig.“ oder „Er erfüllte die Erwartungen in jeder Hinsicht.“, ausgedrückt.

Auf mangelhafte Arbeitsergebnisse weisen die Arbeitszeugnis Formulierungen „Er hat die Aufgaben mit Sorgfalt und Genauigkeit erledigt.“ oder „Er hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt.“ sowie „Er hat sich bemüht…“ hin. Wer sich „bemüht“ oder „im Rahmen der Fähigkeiten“ einsetzt, hat es versucht und ist gescheitert. Bei diesen Beispielen fehlt nicht nur die Zeitangabe „stets“, sondern auch das Lob (keine „äußerste Sorgfalt“, sondern nur „Sorgfalt“). Steht gar „im Allgemeinen“ im Zeugnis, dann kann der Leser erahnen, dass Sorgfalt und Genauigkeit nicht immer vorhanden waren.

Abschiedsfloskeln – in diesen Formulierungen werden Anspielungen versteckt

In der Schlussformel wird Bedauern über das Ausscheiden des Mitarbeiters benannt (Es sei denn es handelt sich um ein Zwischenzeugnis, dann wird die Abschlussform weggelassen). Im positiven Fall steht hier beispielsweise „Er verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch. Wir bedauern es sehr, ihn zu verlieren und bedanken uns für die stets sehr gute Arbeit. Wir wünschen ihm für die Zukunft weiterhin viel Erfolg sowie persönlich alles Gute.“. Dies entspricht einer guten bis sehr guten Bewertung.

Die Bezeichnung „auf eigenen Wunsch“ deutet darauf hin, dass der Mitarbeiter selbst gekündigt hat. Verlässt der Mitarbeiter das Unternehmen „aus betrieblichen Gründen“, dann liegen die Gründe beim Arbeitgeber und dem ehemaligen Mitarbeiter wurde gekündigt. Endet ein befristetes Arbeitsverhältnis, dann ist die Arbeitszeugnis Formulierung „Er verlässt uns nach Ablauf der befristeten Beschäftigungszeit“ zu finden.

Wenn darauf kein Bedauern folgt (z.B. „Leider konnten wir ihm keine weitere Beschäftigung anbieten“), dann konnte der Angestellte während der Befristung nicht überzeugen. Steht dort nur „Der Mitarbeiter verlässt uns“, dann wurde ihm wegen Fehlverhalten gekündigt.

Auch ein Bedauern ist wichtig – etwa „Wir bedauern sehr, mit ihm einen äußerst engagierten und erfolgreichen Mitarbeiter zu verlieren“. Fehlt es an Bedauern, dann ist es dem Unternehmen ganz recht, dass der Angestellte nun ausscheidet. Wer nur bedauert „den Mitarbeiter zu verlieren“ (Note 3), bei dem hält sich das Bedauern in Grenzen.

Wer „weiterhin viel Erfolg“ wünscht, meint diese Wünsche ernst. Alles „nur erdenklich Gute“ zu wünschen wirkt hingegen ironisch.

Fehlt der Zusatz „weiterhin“, deutet dies auf mangelnde Erfolge hin (z.B. „Wir wünschen ihm alles Gute und viel Erfolg“). Steht dort gar „Wir wünschen ihm insbesondere Erfolg“, so versteckt sich hinter dieser Formulierung eine sehr schlechte Bewertung, die klar auf den bisher nicht vorhandenen Erfolg hinweist.

Wünsche müssen jedoch nicht in den Formulierungen vorhanden sein. Sie gelten als freiwillig und sind nicht einklagbar.

Zeugnisformulierungen

Fazit: Arbeitszeugnis Formulierungen zu entschlüsseln ist nicht einfach…

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Die Arbeitszeugnis Formulierungen zu entschlüsseln ist nicht leicht. Feinste Abstufungen sind so beschrieben, dass es auf einzelne Worte oder Reihenfolgen ankommt. Für den Laien ist dies schwer erkennbar und auch für so manchen Arbeitgeber verwirrend.

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