Versteckte Noten im Arbeitszeugnis

Lob und Kritik werden im Arbeitszeugnis in der Zeugnissprache über Noten ausgedrückt. Note 1, oder doch die Note 4: Welche Noten verstecken sich tatsächlich im Arbeitszeugnis?

Zwar stehen keine konkreten Zensuren in einem qualifizierten Arbeitszeugnis, dafür aber abgestuftes Lob in verschiedenen Formulierungen. Vom Superlativ (Note 1) bis zum Bescheinigen lediglich ausreichender Leistungen (Note 4) reicht das Repertoire der Personaler bei der Vergabe der Arbeitszeugnis Noten.

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Was verbirgt sich hinter den Noten im Arbeitszeugnis?

Arbeitszeugnis Noten

Nicht nur in der Schule werden Noten vergeben, sondern auch in Arbeitszeugnissen. Das trifft vor allem auf qualifizierte Arbeitszeugnisse zu, die neben Tätigkeitsbeschreibungen auch eine Beurteilung der Leistungen sowie des Sozialverhaltens vornehmen. Ein schwaches Lob entspricht einer gerade noch ausreichenden Leistung und damit einer Note 4. Je besser die vergebene Note wird, umso deutlicher und stärker fällt das Lob aus. Die Note 1 ist der Superlativ und wird mit Formulierungen zum Ausdruck gebracht, die im normalen Sprachgebrauch recht übertrieben wirken würden. Kritisches, was einer mangelhaften Bewertung (Note 5) entsprechen würde, umschreiben Personaler mit Verschlüsselungen.

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Der Zeugniscode

Wo finden sich die Arbeitszeugnis Noten in der Beurteilung?

Das qualifizierte Arbeitszeugnis besteht aus mehreren Abschnitten. Zunächst wird wertfrei die Tätigkeit beschrieben. Danach folgen Leistungs- und Verhaltensabschnitte sowie ein Schlussabsatz. Im Folgenden sehen Sie, wie die Arbeitszeugnis Noten hinter geschickten Formulierungen versteckt werden.

Die Bereitschaft mit Noten beurteilt

Die Bereitschaft beschreibt im Arbeitszeugnis Ihr Engagement oder Ihre Motivation im Beruf. Eine Note 1 steckt etwa hinter der Formulierung „Sie zeigte stets ein sehr hohes Maß an Leistungsbereitschaft und Eigeninitiative.“. Auffallend ist hier, dass mit „stets“ und „sehr hoch“ Superlative verwendet werden. Dies ist typisch für sehr gute Arbeitszeugnis Noten. Eine Note 2 steckt hinter der Beschreibung „Er zeigte stets eine hohe Leistungsbereitschaft.“. Hier fehlt das „sehr“; die Bereitschaft war nur „hoch“. Keine Steigerungsformen werden bei der Note 3 verwendet. Dies kann so aussehen: „Sie zeigte Einsatzbereitschaft.“. Bei einer ausreichenden Bewertung (Note 4) ist die Kritik zwischen den Zeilen deutlich zu spüren (z.B. „Er zeigte auch Einsatzbereitschaft.“). Hier kann der Leser vermuten, dass dies nicht immer der Fall war und die Leistungsbereitschaft nur manchmal vorhanden war. Die Note 5 wird nicht konkret ausformuliert, sondern durch ein Weglassen („beredetes Schweigen“) angedeutet.

Befähigung und Fachwissen in Noten ausgedrückt

Die Befähigung bringt in einem Arbeitszeugnis zum Ausdruck, ob der Mitarbeiter die für seine Tätigkeit passenden Qualifikationen und Fähigkeiten besaß. Hier reichen die Arbeitszeugnis Noten von „Sie verfügt über ein sehr gutes Denk- und Urteilsvermögen.“ (Note 1), bis hin zu „Sie verfügte über eine ausreichende Befähigung zur Arbeit.“ (Note 4). Bei der Note 5 erwähnen Personaler an dieser Stelle, was die Voraussetzungen der Tätigkeit gewesen wären, ohne zu betonen, dass diese bei dem Mitarbeiter vorlagen (z.B. „Zu den Voraussetzungen ihrer beruflichen Tätigkeit gehörten Eigenschaften wie Flexibilität und Belastbarkeit.“). Das Fachwissen wird danach eingeschätzt. Bei einer Note 1 wird ein „besonders umfangreiches und fundiertes Fachwissen“ beschrieben, welches zu „überdurchschnittlichen Erfolgen“ führte. Bei der Note 4 wird lediglich betont, dass der Mitarbeiter das „erforderliche Fachwissen“ besitzt.

Arbeitszeugnis Noten spiegeln Erfolge wider

Arbeitsweise und Arbeitserfolg beschrieben das Vorgehen des Mitarbeiters in der Arbeit. Sie können mit der Note 1 („immer äußerst sorgfältig, effizient und selbstständig“), einer 2 („immer sorgfältig, effizient und selbstständig“) oder schlechter bewertet werden (z.B. Note 4: „Die Aufgaben wurden mit Genauigkeit und Sorgfalt ausgeführt.“). Beim Arbeitserfolg können die Ergebnisse analog „stets sehr gut“ gewesen sein (Note 1), „stets gut“ ausgefallen sein (Note 2) oder lediglich als „gut“ (Note 3) beurteilt werden. Vorgegebene Ziele wurden „zufriedenstellend“ erreicht (Note 4) oder der Mitarbeiter hat „daran gearbeitet, die Ziele zu erreichen“ (Note 5). Bei guten bis sehr guten Bewertungen ist es üblich, dass Erfolgsbeispiele genannt werden (z.B. „Sie hat Potentiale zur Kosteneinsparung zielsicher erkannt sowie höchst erfolgreich umgesetzt.“).

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Typische Formulierungen für bestimmte Noten

Wer sich häufiger Arbeitszeugnisse durchliest wird merken, dass Personaler immer wieder ähnliche Formulierungen bei den Noteneinstufungen nutzen. Lobeshymnen mit Begriffen, wie „meisterte sehr erfolgreich“, „stets zur vollsten Zufriedenheit“ oder „hervorragende Fachkenntnisse“ werden bei einer sehr guten Bewertung (Note 1) vergeben. Eine Note 2 erhalten „engagierte Mitarbeiter“ und eine 3 steht für Angestellte mit „soliden Kenntnissen“. Wer seine Aufgaben nur „bewältigt“, den Anforderungen „im Wesentlichen“ entspricht und „Sorgfalt sowie Genauigkeit“ bietet, erhält eine 4. Nicht immer ist dies leicht zu entschlüsseln.

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